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DCTau®: Testverfahren für digitale
Kameras
Entwickelt
von Anders Uschold im Frühjahr 1998 als Version 1.0 ist
DCTau® in der aktuellen Version 3.0 eine wissenschaftliche
Testumgebung für bilddatenverarbeitende Geräte. Im
Bereich der Consumercameras stellt es international derzeit das
einzige Verfahren dar, das die Auflösung automatisch, d.h.
ohne subjektive Beurteilung eines Testers, und mit einer
Korrektur und hohen Stabilität gegenüber
bildoptimierenden Funktionen berechnen kann. Die negativen
Erfahrungen mit bestehenden fourierbasierten Analysen wie der ISO
12233 Resolution Measurement haben zu Initiativen
geführt, die in DCTau® entwickelten Verfahren der
Kantenverwaschungsfunktion zu einem internationalen Standard nach
DIN und ISO führen. Details dazu erhalten Sie unter Neue Standards für DIN und
ISO.
Folgende Messergebnisse und Eigenschaften von DCTau® sind
nach dem derzeitigen Stand international exklusiv und werden von
anderen Verfahren nicht geleistet oder angeboten:
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Auflösungsmessung an Strukturen mit stufenlos
variabler Feinheit
Auflösungsmessung mit beliebiger Ausrichtung von
0 bis 360 Grad
Automatische Berechnung der Auflösung mit Stabilität
gegen bildmanipulierende Kamerafunktionen
Separate Messungen und Rückführung der
Leistungsfähigkeit von Optik, Sensorik, Belichtung,
Interpolation und Bildaufbereitung
Automatische Streuungs- und Zentrierungsmessung
Bildformat- und bildgrössenunabhängige Bewertung
der Auflösung
Berechnung des Nettoinformationsinhaltes zur
Vergleichbarkeit verschiedener Auflösungsklassen
Berechnung eines Systemwirkungsgrades für die
Bewertung und Optimierung des Gesamtsystems
Prüfung auf verdeckte Schäden und Justagedefekte
für höchste Zuverlässigkeit im Test- und
Hochleistungsbereich
Berechnung des Systemleistungsindex: Optimaler
Blendenbereich zwischen Objektivoffenblendfehler
und Limitierungen durch Beugung
Messung der Scharfzeichnung an horizontalen und
vertikalen Linien mit beliebigem Kontrast
Kantenanalyse mit grafischer Darstellung von
Artefakten und Kontrastverlusten
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Eine detaillierte Beschreibung erhalten Sie unter DCTau® 3.0
White Paper (2.097 kB).
Übersicht und kurze Beschreibung der Testfunktionen
von DCTau® 3.0
1. Auflösung
Die
Auflösungsmessung erfolgt über die sog.
Kantenverwaschungsfunktion an Testvorlagen mit variabler
Strukturfeinheit. Als Testtafel dienen für digitale Kameras
15 angeordnete Siemenssterne, an denen die Auflösung in
Ausrichtungen von 0 bis 360 Grad und mit der Verteilung über
dem gesamten Bildfeld ermittelt wird.
Diese Messungen liefern die Auflösung von der Bildmitte bis
zum Rand bei unterschiedlichen Brennweiten und Blenden, den
Systemleistungsindex und das Nettodateivolumen. Besonders
praktisch ist das Nettodateivolumen, das unabhängig von der
Pixelzahl des Kamerasensors den maximalen nutzbaren Bildinhalt
darlegt.
Der Systemleistungsindex beschreibt die Gesamtinformation der
Kamera abhängig von der Objektivblende. Das Maximum des
Systemleistungsindex zeigt den optimalen Blendenbereich zwischen
Offenblendfehlern und Schärfeverlust durch
Beugung.
Testvorlage für die
Auflösungsmessung:

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Systemleistungsindex:

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Auflösung von der
Bildmitte zum Rand
bei 3 Brennweiten:

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Auflösung von der
Bildmitte zum Rand
bei 6 Blendenstufen:

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2. Zentrierung und Schadensprüfung
Beobachtungen der letzten drei
Jahre ergeben bei Testkameras eine signifikante Streuung von
Qualität, Fertigung und Schadensbildern. Besonders kritisch
stellen sich sog. latente Defekte dar. Für eine sichtbare
Fehlfunktion und Reklamation zu schwach, können sie die
Leistung unbemerkt aber teilweise erheblich absenken. Im
redaktionellen Test ist die Veröffentlichung der Ergebnisse
eines nicht repräsentativen Gerätes in höchstem
Masse bedenklich.
Die differenzierte Analyse der Auflösungs- und
Helligkeitsverteilung ermöglicht eine sehr zuverlässige
Detektion solcher Hidden defects. Damit liefert
DCTau® maximale Sicherheit in redaktionellen Tests und stellt
ein sinnvolles Werkzeug für die Endkontrolle und
Qualitätssicherung dar.
Kritische Streuung der
Auflösung von
der Bildmitte zu den 4 Bildecken
bei 2 Blendenstufen:

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Kritische Streuung der
Randabdunklung
von der Bildmitte zu den 4 Bildecken:

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3. Rauschen und Artefakte
Anhand
eines kontinuierlichen Graukeils werden stufenlos Rauschen und
Artefakte in den drei Farbkanälen und einem auf die
menschliche Wahrnehmung abgestimmten Helligkeitskanal gemessen.
Dabei wird zusätzlich zwischen dem farbneutralen
Helligkeitsrauschen und dem unangenehmeren Farbrauschen
unterschieden.
| Rauschen auf der
10 Helligkeitsstufen:

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Messkurve
Rauschen:

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4. Opto-elektronische-Übertragungsfunktion,
Eingangsdynamik und Ausgangsdynamik
Die
Umwandlung des Eingangssignales zum Ausgangssignal erfolgt
parallel zur Rauschmessung. Die Untersuchung dieser Funktion,
genannt opto electronic conversion function OECF, findet
ebenfalls auf allen Farbkanälen und dem mittleren Grau
statt. Für den Anwender haben folgende Messwerte die
jeweiligen Auswirkungen:
Die Eingangsdynamik entspricht dem Belichtungsumfang des
analogen Filmes. Hohe Werte gewährleisten bei Aufnahmen sehr
kontrastreicher Motive und Lichtsituationen kein oder nur
geringes Ausbrennen von Lichtern und Schatten.
Die Ausgangsdynamik beschreibt den Tonwertreichtum der
Bildwiedergabe. Hohe Werte um 250 bis 255 garantieren tiefe
Schwärzen und brillante Lichter.
Nichtlinearitäten der OECF zeigen sich meist in einer
weichen Wiedergabe der Schatten und manchmal der
Lichter.
| OECF Messkurve:

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5. Scharfzeichnung, Kantenverläufe
Als
besondere Funktion berechnet DCTau® die Kantenverläufe
an scharfen Übergängen unterschiedlicher Helligkeit.
Dabei auftretende Einschränkungen im Bild entstehen oft
durch Scharfzeichnung und Kontrastverluste. Die Scharfzeichnung
wird in Ihrer Stärke an horizontalen und vertikalen Kanten
separat an der hellen und dunklen Seite der Kante ermittelt.
Damit lassen sich auch Richtwerte für eine optimierte
Qualitätsverbesserung durch asymmetrische Scharfzeichnung
finden.
Verteilung der Scharfzeichnung an
horizontalen und vertikalen Kanten
über allen Bildhelligkeiten:

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Verlauf einer Hell / Dunkel-Kante
mit Scharfzeichnung an der Hellseite
und Brillanzverlust an der Dunkelseite:

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6. Randabdunklung und
Helligkeitsverteilung
Randabdunklung ist eine
Eigenschaft fotografischer Objektive und verursacht einen
Helligkeitsverlust von der Bildmitte zum Rand. Die Prüfung
der Randabdunklung kann abhängig von der Brennweite und
Objektivblende erfolgen.
Die Gleichmässigkeit der Randabdunklung zu allen vier
Bildecken ist für die homogene Ausleuchtung wichtig,
Schwankungen sind oft ein Indiz für Zentrierungsfehler des
Objektives.
Randabdunklung bei
drei Brennweiten:

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Randabdunklung bei
sechs Blendenstufen:

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7. Verzeichnung und Komprimierung
Als weitere
Eigenschaft fotografischer Objektive wird die tonnen-, kissen-,
oder wellenförmige Verzeichnung nach der Methode der
TV-Verzeichnung ermittelt.
Die Komprimierungsstufen der Kamera werden mit einer
standardisierten Vorlage IT8 getestet und bezüglich ihrer
Stärke, Abstufung und Flexibilität bewertet.
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